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Elf Freunde in Rheinland-Pfalz

Die Einleitung
Wir, die Mannschaft. Fußball, Mannschaftssport. Das ist Fußball! Jeder Spieler, der heute vor laufenden TV-Kameras gelobt wird, verweist umgehend auf die geschlossene Mannschaftsleistung und den Zusammenhalt. Das ist Fußball! Ich komme aber nicht umhin, dann und wann aus der Ego-Perspektive zu schreiben. Das ist nicht Fußball, versetzt mich aber in die Lage eine Ausrede zu finden, warum wir, die Mannschaft, die Holzschale wieder nicht nach Hessen geholt haben.

Die Unterstützer
Mit erneut großer Unterstützung unseres Landesbetriebes und der SG Forst Hessen bereiteten wir uns auf das Turnier vor. Perfekt ausgerüstet mit Trainingsgerät, Trikotsatz, Laibchen und logistischer Hilfestellung waren die Vorraussetzungen ideal.
Wenn von Fußball die Rede ist, denkt man häufig an Blessuren, Schmerzen, Schauergeschichten. Unseren Unterstützern musste daher dann und wann gut zugeredet werden: „Wir spielen ja unter Kollegen…Da wird nicht gegrätscht…Im Zweifel zieht man zurück…Ich bringe alle wieder heile nach Hause.“ Diese Aussagen waren allesamt nicht gelogen aber entsprachen leider dennoch nicht immer der Realität. Es zeigte sich, dass auch versehentlich angesetzte Blutgrätschen weh tun. Das ist Fußball! An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an unseren Landesbetrieb und die SG Forst Hessen. Es hat ja glücklicherweise nur die Innendienstler erwischt. Alle Verletzungen konnten unter voller Produktivität am Schreibtisch auskuriert werden. Wir hoffen daher auf gleichbleibende Unterstützung des Hessen-Forst-Fußballs!

Die Vorbereitung
Im Vorfeld wurde ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Nach Platz 7 im Vorjahr soll dieses Jahr der Titel her. Nachdem wir uns letztes Jahr lediglich verbal warm gelaufen haben und damit gescheitert sind, wurde in diesem Jahr ein straffes Trainingsprogramm durchlaufen. Jeden Montag haben wir uns in Kassel getroffen um Kondition, Technik, Theatralik und Schwalben zu trainieren sowie unsere Argumente für Diskussionen mit dem Schiedsrichter zu optimieren. Wir haben unendlich Spaß gehabt. Das ist Fußball! Die Entwicklung der Mannschaft und seiner Bestandteile war äußerst erfreulich und ließ uns an den Titelgewinn glauben.

Die Anreise
Am 18. Mai traten wir hoch motiviert mit einer Fußballerin und zehn Fußballern die Reise in das schöne Mittelrheintal nach Stromberg an. Schon auf dem Weg zu unseren Rheinland-Pfälzer Kollegen beschlich mich ein komisches Gefühl. Wir hatten uns erneut weit aus dem Fenster gelehnt und angekündigt, die Schale nach Hessen zu holen. Was, wenn es nicht klappt? Ich formulierte also gedanklich Begründungen für ein mögliches Scheitern unserer Mission. Beim Blick in die Runde wurde mir sofort klar, dass meine Hauptausreden aus dem Vorjahr in diesem Jahr nicht anwendbar sind. Wir hatten genügend Auswechselspieler und es herrschte keine Gluthitze. Das Gedankenspiel endete mit der Erkenntnis: „Dann holen wir eben die Holzschale“.

Der erste Spieltag
Angekommen in Stromberg fieberten wir dem ersten Spiel entgegen. Ausgerechnet der Vorjahresturniersieger aus Hamburg war unser Auftaktgegner. Wir machten uns warm, körperlich wie verbal. Auftaktgegner? Auftaktsparringspartner! Auftaktopfer! Es konnte beginnen! Ein furioser Start! Keine fünf Minuten gespielt, unser Stürmer sprintet in den Strafraum, will abschließen, wird gelegt, Strafstoß! Dieser wird sicher durch unseren Torhüter verwandelt! 1:0 für Hessen. Keine Minute später, erneut unser Stürmer im vollen Lauf Richtung Tor, ein Tritt, ein Schrei, Stille. Ich hatte meine persönliche Ausrede für ein mögliches scheitern bei diesem Turnier. Wenn auch kein bösartiges, geschweige denn vorsätzliches Foulspiel, war die Folge, dass der etatmäßige Stürmer für den Rest des Turniers zum Zuschauen verdammt war. Das ist Fußball! Diese Tatsache hat eine komplette Umstellung der Mannschaft nach sich gezogen. Unser Torhüter, der sich als universell einsetzbar erwies, musste die Position im Sturm übernehmen. Ein Defensivspieler übernahm die Torwarthandschuhe. Trotz dieser massiven Umstellung gelang es unserer Mannschaft zeitweise mit 3:1 in Führung zu gehen. Durch das sehr körperbetonte Spiel und den daraus resultierenden Kräfteverschleiß schlichen sich zum Ende der Begegnung einige Unkonzentriertheiten ein, die zu einer unglücklichen und unverdienten 3:4 Niederlage führten. Das ist Fußball!
Die zweite Begegnung des Tages wurde mit enormen Einsatz und viel Kampfgeist geführt. Unsere Mannschaft errang ein hervorragendes 1:1 Unentschieden gegen die im Altersdurchschnitt 10-20 Jahre jüngere Mannschaft der FH Rottenburg. Eine taktische Meisterleistung, früher Führungstreffer zum 1:0 und danach Beton anrühren. Den starken Rottenburgern gelang kurz vor Ende, verdientermaßen, nur noch der 1:1 Ausgleichstreffer.
Damit war der erste Spieltag bereits vorbei.

Der Mannschaftsabend
Am Abend des ersten Tages fanden wir uns im Walderlebniszentrum Soonwald ein. Ein wirkliches Kleinod! Neben der Idylle erwarteten uns zwei Spanferkel samt unzähliger Beilagen und diverse Kaltgetränke. An diesem Abend wurde der Zusammenhalt der Mannschaft erneut bewiesen, nettes Beisammensein, viel Gelächter, eine Rundum-Verpflegung des lädierten Kollegen und eine Nacht mit relativ wenig schlaf. Ein Hoch auf die Mannschaft, ein hoch auf den Gastgeber!

Der zweite Spieltag
Wieder zurück auf der Sportanlage, bestritten wir das dritte Spiel der Vorrunde gegen unsere Kollegen von Forst BW (EBZI). In einer durchweg souverän geführten Partie holten wir mit 3:1 den ungefährdeten, verdienten ersten Sieg.
Zum Abschluss der Vorrunde ging es gegen die Holländer. Ohne Klischees erfüllen zu wollen, diese Partie ist quasi von Natur aus enorm prestigeträchtig. Ich mag aber jetzt nicht weiter drüber reden.
Nach zwei Niederlagen, einem Unentschieden und einem Sieg in der Vorrunde, fanden wir uns bei den Platzierungsspielen beim Kampf um Platz 7 wieder. Dieses Spiel wurde gegen SaarForst mit drückender Überlegenheit 3:0 gewonnen.

Die Nachbetrachtung
Der 7. Platz von 10 Mannschaften. Nicht die Schale aber immerhin eine Steigerung zum Vorjahr (7. Platz von 9 Mannschaften). Das ist Auswärtsschwäche! In einer bärenstarken Gruppe, in der mit Hamburg der Vorjahressieger, mit den Holländern der Vorjahresvize, mit Forst BW (EBZI) der Drittplatzierte und mit den Rottenburgern der Vierte des Vorjahres…Kommt mir das gerade nur wie eine Verschwörung vor, oder hatten wir das sprichwörtliche Lospech? Nein! Das ist Fußball! Wir gehen als fairer siebter vom Platz und gratulieren den Gastgebern aus Rheinland-Pfalz zum Titelgewinn! 2013 findet das 42. Internationale Forstliche Fußballturnier bei uns in Hessen statt. Auf das die Schale auch dann bei den Gastgebern bleibt! Das ist Heimstärke! Das ist Fußball!

Die Fußballmannschaft der SG Forst Hessen

v.l.o.: Nils Hagen, Florian Feuerstein, Matthias Schnücker, Frederik Garus, Tanja Wasowski, Sebastian Gräf, Björn Brandau, Martin Berthold, Hilmar von Bodelschwingh, Martin Stein, Jürgen Vomhof